24. Januar 2012

Rauchmandeln

Natürlich kennt Ihr fast alle Nicole Stich, und ihr wunderbarer, englisch sprachiger Blog "delicious days" ? Ich konnte nicht widerstehen, als ich das Buch von Nicole Stich entdeckt habe. Ein tolles Buch, meine derzeitige Bettlektüre ;-).
Hier habe ich gefüllte Medjool-Datteln entdeckt, die Nicole auf einem Markt mit Rauchmandeln probieren durfte. 
Die Medjool-Datteln sind größer und süßer als die anderen Sorten. In früheren Zeiten besaß die königliche Familie in Marokko das Monopol auf diese Dattelsorte und war ein Zeichen des Wohlstands. Die Dattel enthält mehr Ballaststoffe als Vollkornbrot, mehr Kalium als Bananen. 
Da für mich gefüllte Datteln was wirklich Feines sind, habe ich mich auf die Suche nach einem Rauchmandel-Rezept gemacht.



  • 200 g Mandeln in siedendes Wasser geben und ca. 3-5 Minuten ziehen lassen. 
  • Die Mandeln in ein Sieb abgießen. Sobald man die Mandeln mit den Händen anfassen kann, die Mandeln aus der Haut flutschen lassen.
  • Die noch feuchten Mandeln auf Küchenkrepp legen.
  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Mandeln darauf geben.
  • Zügig (und großzügig) Rauchsalz darüber geben, auf den nicht ganz trockenen Mandeln "haftet" das Rauchöl besser.
  • Mandeln im Backofen bei 200°C ca 10 Minuten goldbraun rösten lassen.

  • Nun die Medjool-Datteln seitlich aufschneiden und den Stein heraus nehmen.
  • Zwei Rauchmandeln in die Datteln hinein legen, mit jeweils einer Scheibe Speck umwickeln.
  • Andere Datteln mit Ziegenkäse füllen, ebenso mit Speck umwickeln.

Zu buntem Salat servieren, oder einfach so aus der Hand essen.
Habt Ihr eigentlich schon einmal Rauchmandeln gekauft? Die Kosten sind ja nicht unerheblich. Aber viel Arbeit machen die Rauchmandeln nicht. Es geht schnell und das bisschen Fuzzelkram beim mandeln häuten geht auch. Also: nur Mut!

4. Januar 2012

Dinkel-Buchweizen-Brot



Selbst gebackenes Brot ist einfach was richtig Tolles. Und ein verwöhnter Herr frullino mahnt schon ab und an ein gutes selbst gebackenes Brot an. Zu recht! Das Backen kam auch in der jüngsten Vergangenheit etwas zu kurz. Und richtig glücklich bin ich auch nicht unbedingt mit dem Backofen in der Küche. Ich wäre aber noch glücklicher mit unserem Pizzaofen, wenn er eine Türe hätte. Leider kann man schlecht nachrüsten. So backe ich also weiterhin im Elektro-Ofen mit einem Schüsselchen Wasser für die Dampfentwicklung.
Hier unser neuestes Lieblingsbrot vom Vorwerk-Buch "So koche ich gerne". Ich habe das Originalrezept für uns etwas modifiziert.

Dinkel-Buchweizen-Brot

  • Den Backofen auf 220°C vorheizen.
  • 350 ml warmes Wasser, 1/2 Würfel Hefe und 1 TL Honig in den Mixtopf geben und 5 Sekunden uf Stufe 3 verrühren.
  • 350 g Dinkelmehl, Typ 1050, 150 g Buchweizenmehl, 2 TL Salz, 40 g Balsamico-Essig hinzufügen.
  • Außerdem 90 g Sonnenblumenkerne, 90 g Leinsamen (optional 90 g Kürbiskerne) und 50 g Sesamkörner zufügen. 
  • Alles 4 Minuten auf der Knetstufe rühren.


  • Den Teig in eine Kastenform füllen, die vorher gefettet wurde. Man kann die Form nach Wunsch mit Haferflocken ausstreuen, ebenso die Oberfläche des Brotes.
  • Nun das Brot ca eine Stunde ruhen lassen.
  • Für eine knusprige Oberfläche ein passendes Gefäß mit Wasser gefüllt auf den Backofenboden stellen. Im Backofen ca 40 Minuten backen.

Tipp: Das Dinkel- und Buchweizenmehl selbst im Thermomix mahlen. Nicht mehr als 250g auf einmal, also lieber in mehreren Schritten.


Festliches Filet Wellington nach Gaby mit glasierten Möhren und Sellerie-Birnen-Püree



Irgendwie kam Weihnachten wieder völlig überraschend. Ungeplant. Uneingeladen. 
Unpassend? Nein, nicht ganz. Ich sehnte mich nach Ruhe, Pause, Kraft schöpfen. Mein "mehr-als-Teilzeit-Job" fordert mich. Macht zwar viel Spaß, aber kostet auch Energie und Kraft. Und der Spagat zwischen Führungsposition im Job und als Mutter und Hausfrau mit hohen Ansprüchen an mich selbst ist manchmal einfach zu viel des Guten. Ich liebe es, für mehrere Personen gut zu kochen, sie zu verwöhnen. Aber allein die Muse fehlte mir dafür. Wie man auch ganz gut in meinem leicht verwaisten Blog erkennen kann. Daher war ich mehr als dankbar, als der Herr Frullino vorschlug, seine Mutter mit ins Boot zu nehmen, damit sie mich bei der Menüvorbereitung für den heiligen Abend unterstütze. Was sie auch gerne tat und uns alle mit einem wunderbaren "Kaviar-mousse mit Zwiebel-confit" überrascht und verwöhnte.
Als der Heiligabend nahte und immer noch keine Idee auftauchte, entdeckte ich zufällig bei Gaby das Filet Wellington, das ich noch so gut aus meiner Kindheit kannte und damals liebte. Und was ist passender zu Weihnachten als ein Rinderfilet von einem wirklich guten Metzger? Eben. Also Filet bestellt und bei Gaby nach der Zubereitung gespickt.

  • 1 gehackte Zwiebel, 4 Knoblauchzehen und 750 g in Scheiben geschnittenen Steinchampignons in einem Esslöffel Butterschmalz so lange dünsten, bis die Flüssigkeit verdampft ist.
  • 2 EL Cognac, 1 TL Honigsenf, 1 EL gezupfte Thyminablättchen, Salz und Pfeffer hinzufügen, und zur Seite stellen.
  • 1 kg Rinderfilet, gewaschen und von Sehnen befreit, in 2 EL Butterschmalz von allen Seiten anbraten. Herausnehmen, salzen und pfeffern und abkühlen lassen.
  • Das Filet in eine Alufolie legen, die Folie oben und seitlich zusammenfalten (der Bratensaft sollte nicht verloren gehen) und ca. 20 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 120°C garen.
  • Danach das Filet aus der Folie nehmen und abkühlen lassen.
  • 1 Rolle Blätterteig auf die Arbeitsplatte legen und das Filet auf einen Teil der Pilzmasse legen. Restliche Pilzmasse seitlich und auf das Filet geben, den Blätterteig um das Filet legen. Sollte der Blätterteig -wie bei mir- nicht reichen, einen weiteren Teil des Teiges zur Hilfe nehmen. Die Nahtstellen gut zusammendrücken.
  • Den restlichen Blätterteig in Streifen schneiden und damit das Filet im Teigmantel verzieren.
  • Das Filet Wellington mit der Naht nach unten auf ein Backblech legen und mit einem Eigelb mit 1 EL Milch verquirlt bestreichen. 
  • Im vorgeheizten Backofen bei 180°C garen und bei leicht geöffneter Backofentüre noch einige Minuten lassen.
  • Ich möchte Euch unbedingt Gabys Tipp ans Herz legen: Schneidet das Filet am Besten mit dem elektrischen Messer auf!


Als Beilagen gab es glasierte Möhren und ein Sellerie-Birnen-Püree. 


Glasierte Möhren:
  • 5-6 Möhren in Scheiben schneiden.
  • 30 g Butter in einer Pfanne schmelzen und 1 EL Zucker in die Pfanne streuen.
  • Die Möhren zugeben und einige Minuten dünsten. 
  • Mit ca 50 ml Wasser auffüllen und die Möhren mit etwas Salz und Pfeffer würzen.
  • 1/2 Bio-Zitrone abreiben und den Abrieb über die Möhren geben.
  • Weitere wenige Minuten die Möhren bissfest (!) garen.
Sellerie-Birnen-Püree:
  • 2 Birnen schälen und da Kerngehäuse entfernen, in wenig Spalten schneiden.
  • Eine Sellerieknolle schälen und in größere Würfel schneiden und zusammen mit den Birnenschnitzen in einen Topf mit 500 ml Milch geben und erhitzen. Alles ca 20 Min. kochen, bis das Gemüse weich ist.
  • Die Flüssigkeit abgießen, dabei auffangen.
  • Die Sellerie- und Birnenstücke pürieren, dabei immer wieder von der Kochflüssigkeit hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  • Mit Salz und Pfeffer würzen.

Es war ein leckeres Menu, dessen Abschluss mit einem Dessert gekrönt wurde, das -wenn auch noch so abgedroschen- jeder kennt und immer wieder gut ist, ein Vanilleeis mit heißen Himbeeren. Ein Foto braucht es nicht, Ihr habt genug Vorstellungskraft, oder? ;-)