Letzte Woche war ich mit drei lieben Mädels, unter anderem mit Gaby von kegala kocht, in Heiligkreuztal bei der Firma Häussler. Wir hatten uns zu einem Intensiv-Backkurs angemeldet und waren mächtig gespannt, was uns da erwarten würde. Langsam begriffen wir, dass es wohl mehr eine Verkaufsveranstaltung würde, als ein Kurs, an dem wir selbst tätig werden könnten. Aber dieser "Kurs" wurde letztendlich so interessant und kurzweilig, dass wir es genossen, einfach nur mal dazusitzen und zuzuhören. Die Senior-Chefin des Hauses Adelinde Häussler lies uns an ihrem großen Erfahrungsschatz teilhaben und gab außerordentlich viele Tipps, die man beim Brot-, Brötchen-, Zopf-, Seelenbacken u.s.w. umsetzen könnte (zudem habe ich selten so viele gute Witze wie an diesem Tag gehört :-)).
Die Häussler-Holzbacköfen lassen das Herz eines Laien-Brotbäckers höher schlagen.
Die Teigknetmaschinen versprechen, einen samtigen Teig zu kneten, der durch nichts übertroffen wird; und viele weitere Produkte sollen den Hausfrauen und -Männern die Arbeit in der Küche erleichtern.
Im Backdorf selbst war es urig und es gab vieles zu erkunden. Selbst für unseren Pizzaofen würde ich fündig.
Natürlich wollte ich das Gelernte, vielmehr Gehörte auch zu Hause umsetzen, Mit meinen Backergebnissen bisher war ich nie sonderlich zufrieden oder glücklich. Aber Adelinde wird mir mit ihren TIPP's helfen!
Da uns ein Bauernbrot reicht (und mein Thermomix sowieso nicht mehr als ein Kilo Mehl packt), habe ich das Rezept halbiert.
- 750 g Weizenmehl Type 1050
- 150 g Dinkelmehl Type 630 (oder 1150)
- 100 g Roggenmehl Type 1150
- Die Mehle zusammen in eine Schüssel geben, ein Mulde machen und
- 1/2 Würfel Hefe (nachdem der Teig bei mir die ganze Nacht im kühlen Keller ging, hätte m.E. ein Viertel der Hefe auch gereicht) zufügen.
- Ca. 50 ml lauwarmes Wasser dazugeben und den Vorteig etwa drei Stunden ruhen lassen. TIPP 1: Die Schüssel mit einer Plastikfolie abdecken, damit keine Feuchtigkeit verloren geht.
- 23 g Salz zu dem Teig geben,
- 700 ml Wasser und
- 1/2 TL Brotgewürz zufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten. TIPP 2: Mindestens 15 Minuten den Teig kneten lassen, somit wird der Teig samtig und geschmeidig.
- Den Teig mindestens 2 Stunden ruhen lassen. Dann nochmals kneten, um den Gärprozess kurz zu unterbrechen. TIPP 3: Lange Teigführung, damit der Teig sich entfalten kann.
- Den Teig über Nacht in einem kühlen Kellerraum mit einer Plastikfolie abgedeckt gehen lassen, somit kann am nächsten Tag frisch backen.
- Am nächsten Morgen den Teig gut durchkneten, das Brot formen und nochmals ca. 10 Minuten gehen lassen. TIPP 4: Der Teig sollte weich sein, nur dann wird das Brot richtig locker und frisch.

- Den Backofen auf 250°C vorheizen, den Teig auf Backfolie geben und oben einschneiden. TIPP 5: Das Brot oben einschneiden mit 1-2 Schnitten, damit die Gärgase austreten können, sonst platzt die Oberfläche unschön ein.
- Dann das Brot einschießen. TIPP 6: Der Ofen muss richtig heiß sein, damit sich die Poren schnell schließen und das Brot "hochgeht".
- Nach 30 Minuten die Temperatur auf 180°C zurückschalten und nochmals 30 Minuten fertig backen.
So sah das Brot nach 30 Minuten aus
So sah das Brot nach 60 Minuten aus
Nachdem ich den Teig nochmals durchgeknetet habe, habe ich ein Gärkörbchen gemehlt und den Teig hineingegeben. Nach 10 Minuten Ruhezeit habe ich das Brot auf das Backblech gegeben und war der Überzeugung "das wird nix". Der Teig war weich, flach und lief auseinander. Wie sollte aus diesem Fladen ein Brot werden? Aber nach ca. 15 Minuten konnte ich erkennen, dass das Brot wie nach oben gezogen wurde. Es ging auf, wurde hoch und formte sich zu einem aromatischen, knusprigen rustikalen Bauernbrot.
Kann sich jemand vorstellen, wie es eine 4-köpfige Familie es schafft, innerhalb eines Tages 1 kg Brot zu verspeisen? Ich denke, das ist Lob genug. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall sehr zufrieden.