27. Februar 2012

Kartoffelpizza mit Rosmarin



Zur Zeit jagt im Hause frullino ein -nein, kein Iwänt, sondern ein Feschtle das andere.  Geburtstage werden gefeiert. Massig. Nach dem "Mach-die-Geldbörse-auf - Versicherungen wollen-Geld" - Monat Januar folgt schnell der "Und-jetzt-mach-nochmal-die-Geldbörse-auf - das Geburtstagskind-will-Geschenke - Monat Februar.
Und die wären: das liebe Kind, die Uroma, der Uropa, der Schwiegerpapa, der Herr frullino  und meine Wenigkeit. Ufff.
Aber da Feste gefeiert werden sollten, wie sie fallen, feiern wir eben gerne. Und oft. 
Und damit die Gäste gut versorgt sind, gibt es Kaffee, Kuchen -zu diesem Thema bald mehr!- und Abendessen. 
Beim letzten Geburtstag für diesen Monat gab es zum Abendessen eine schnelle Kartoffelpizza. Ganz ehrlich: Ich habe geschummelt, ich gebs ja zu. Den Pizzateig habe ich gekauft. Darf auch mal sein, Ist sonst nicht mein Anspruch und kommt wahrlich äußerst selten, fast nie vor. Aber da die Entscheidung auf die Kartoffelpizza erst kurz vor Ankunft der Kaffeegäste gefallen war, fehlte die Lust und Muse, noch ein wenig in der Küche zu stehen. Verziehen?



  • Das Backblech mit dem Pizzateig belegen
  • 1 Becher Schmand darauf verstreichen, gut salzen und pfeffern.
  • Ca. 5 festkochende Kartoffeln waschen, falls die Schale verwendet wird, abbürsten. Mit einem Hobel in Scheiben hobeln und auf dem Schmand verteilen.
  • 2-3 Zweige Rosmarin abzupfen und die Nadeln hacken.
  • 2 Handvoll Schinkenstreifen drüber legen.
  • Ein bisschen fleur de sel darüberstreuen
  • In den auf ca 220° vorgeheizten Backofen schieben und ca. 25 Minuten goldbraun backen
Gut war's.
Und da es gerade so gut zur schnellen Küche passt, ist die Kartoffelpizza außerdem mein Beitrag zu Zorras Speed-cooking-Event, gesammelt und betreut von Alex vom Blog mein i-tüpfelchen
Also doch noch ein Iwänt!

Blog-Event LXXV - Speed-Cooking (Einsendeschluss 15. März 2012)


19. Februar 2012

Oma Annas schwäbischer Kartoffelkuchen



Wer kennt sie nicht, die wunderbaren Rezepte der Mütter und Großmütter, die soviel positive Erinnerungen an schöne Momente hervorrufen? Mit denen man wohlige Geborgenheit, unbekümmerte, gar sorglose Zeiten und Genuss verbindet. Rezepte, die niemand so vollendet zuzubereiten vermag oder vermochte. Und hat man noch so gut aufgepasst. 
Waren es die besonderen Zutaten? Waren es die Arbeitsmittel? War es das besondere Talent? Vielleicht war es auch eine Prise von allem. Aber ganz bestimmt ist es auch das Quentchen der Erinnerung, das zur Vollendung eines bestimmten Gerichts fehlt. Aber lasst uns genießen, lasst uns in Erinnerungen schwelgen und uns an die glücklichen Tage zurück erinnern, an denen uns jedes dieser Gerichte pures Wohlbefinden schenkt.


Dieser Kartoffelkuchen wurde von meiner Großmutter regelmäßig zubereitet, als kinderfreundliches Pendant zum schwäbischen Zwiebelkuchen. Sie machte immer mehrere von den salzigen Kuchen: "Die Arbeit bleibt die Gleiche, ob ich einen oder mehrere Kuchen mache." Oma war das nie zuviel. Dann durfte die ganze Familie teilhaben und der Opa wurde als "Kartoffelkuchen-Express" zu den Kindern und Enkeln geschickt. Die Sehnsucht nach diesem Kartoffelkuchen hat sich weiter vererbt. Auch ihr ältester Urenkel, unser Großer (10 Jahre), fragt regelmäßig, wann man denn wieder zur Oma gehe, Kartoffelkuchen essen. Leider übersteigt heute die Regelmäßigkeit des Koch- und Backevents ihre körperliche Konstitution. Dennoch, von Zeit zu Zeit lässt sie es sich nicht nehmen, mit 85 Jahren...


Der Boden besteht aus einem Hefeteig:

  • 10g Hefe, 2 EL Schweineschmalz und 1/8 l Milch in den Mixtopf im Mixtopf bei 37°C für zwei Minuten erhitzen
  • 200g Mehl und 1 TL Salz hinzugeben und 3 Minuten auf der Knetstufe kneten
  • Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt gehen lassen (mind. 45 Minuten)
Die Belag:
  • 600g mehlig kochende Kartoffeln waschen, schälen und kochen
  • 1/8l Milch in einem weiten Topf erwärmen, 2 EL Butter und 2 EL Schweineschmalz in der Milch auflösen
  • Die noch warmen Kartoffeln durch eine Spätzlepresse (oder Kartoffelpresse) in die warme Milch drücken.
  • Die Masse mit einem Rührlöffel zu einem Kartoffelpüree vermengen.
  • Mit Salz, Pfeffer und Muskat gut würzen
  • Den Hefeteig auswellen und in eine gefettete oder ausgelegte Springform (28cm) geben

Der Guss:
  • 200g saure Sahne, 3 Eigelb, 4 EL Mehl und 1 Prise Salz verrühren
  • Die drei Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und vorsichtig unter die Rahmmasse heben

Fertigstellen des Kuchens:
  • 3 EL der Rahmmasse/Guss unter die Kartoffelmasse heben
  • Die Kartoffelmasse auf den Hefeteigboden geben, glattstreichen
  • Den Rahmguss auf die Kartoffelfüllung geben
  • Nach Belieben mit Speckstreifen und/oder Kümmel belegen
  • Im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca 40 Minuten backen (Sollte der Belag zu dunkel werden, die Form mit Alufolie abdecken)

Auch am nächsten Tag schmeckt der Kuchen, kurz aufgebacken im Backofen immer noch!
Dazu passt immer ein Salat, Oma holte stets den frischen Kopf- oder Feldsalat aus dem Garten.


Nachtrag: Meine Oma hat inzwischen diesen Post gelesen und sich sowohl darüber, als auch sehr über das Lob von Euch allen gefreut!

17. Februar 2012

Beth' Crocs-Quiche - gesehen bei Iréne



Iréne hat einen wunderschönen Blog, den sie mit viel Liebe zu Gerichten UND ihren Lesern hegt und pflegt. Ich besuche sie dort regelmäßig und habe das Gefühl, dass sie ein sehr warmherziger Mensch sein muss. Bei ihr bin ich auf ein Rezept gestossen, das mich aus der Verlegenheit gerettet hat, noch nichts zum Abendessen vorbereitet zu haben: Crocs Quiche von Beth. Alles war im Haus, einmal umgedreht und ruck-zuck waren die Leckerteilchen im Backofen. Macht echt keine Arbeit und geht fix. Die Crocs kommen auf meine Brunch-, Buffet- und Picknickliste.


Zutaten für 12 Förmchen:

  • 50g gek. Schinken und 50g Speck (ich hatte Südtiroler Speck) in Streifen schneiden, in eine Schüssel geben und mit
  • 50 g ger. Käse (Emmentaler - je nach Geschmack mild oder herzhaft)
  • 2 Eier
  • 200ml Sahne vermischen.
  • mit wenig Salz und Pfeffer würzen
  • aus mehreren Scheiben Toastbrot (ich habe Sandwichtoast verwendet und dadurch nicht so viel Rest produziert) runde Scheiben ausstechen.
  • In 12 Mini-Quicheförmchen oder Muffinsförmchen die Masse einfüllen, mit dem Toastbrot abschließen. 
  • Die Brotscheiben können gerne größer als der Durchmesser der Muffinsförmchen sein, die Schinkenmasse geht ziemlich auf.
  • Im vorgeheizten Backofen die Crocs ca. 20 Minuten backen.
 Die Crocs schmecken warm oder kalt vorzüglich!
Merci pour cette merveilleuse idée, chère Beth et chère Irène!

16. Februar 2012

Nonnenfürzle? Nonnenfürzle!

Rezepte für die tollen Tage

Barbara hat am Freitag das "Rezepte-für-die-tollen-Tage" - Kurz-Event gestartet. 
Na, da nehme ich doch gerne mit meinen Nonnenfürzle teil!
Alaaf, Helau und Narri-Narro!
Vor zig Jahren habe ich in einer kleinen Kneipe (nein, nicht in unserer Straße) "Nonnenfürzle" gegessen. So kleine, unförmige lecker schmeckende Teilchen. 
Es muss wohl am schmutzigen Dunnerschdich liegen, warum ich heute auf die Idee kam, mich auf die Suche nach dem Rezept zu machen. In meinen regionalen Kochbüchern habe ich aber leider nichts gefunden. Aber, hey, warum gibt es das www?
Viele hab ich Rezepte gefunden. Aber welches ist das Richtige, das Autenthische? Nach Studium einiger Rezepte habe ich "ein Muster" festgestellt: es handelt sich um einen Brandteig. So habe ich mir aus den vielen verschiedenen Rezepten meines zusammengebastelt.
Aber was heißt eigentlich Nonnenfürzle? Wiki sagt Folgendes dazu: 


"Nonnenfürzle sind vor allem in Schwaben und im Allgäu bekannt. Korrekt müsste man das Gebäck als "Nonnenfürtchen" bezeichnen, was auf das mittelniederdeutsche Wort „nunnekenfurt“ zurückgeht. Übersetzt heißt das so viel wie „von den Nonnen am besten zubereitet“. Heute hat sich eine andere Version durchgesetzt, deren Entstehung Gegenstand lebhafter Spekulation ist. Eine Legende besagt, dass ein alter Domherr sich aus einem Topf voll von dampfenden Nonnenfürzchen das größte herausangelte und mit einem Zwinkern hinzufügte: „Ich nehme das von der Mutter Oberin“. Traditionell isst man Nonnenfürzle zur FastnachtNonnenfürzle werden aus Brandteig hergestellt. Mit zwei Teelöffeln werden kleine Kugeln abgestochen und in heißem Fett schwimmend ausgebacken. Noch heiß wird das Gebäck in Zucker gewendet."


Aha. Bin ich also wieder ein bisschen schlauer.
Und jetzt zu den Nonnenfürzle:

  • 250 ml Wasser, eine Prise Salz und 50 g Butter in den Mixtopf geben. Auf Stufe 1 bei 100°Grad für zwei Minuten erhitzen.
  • 150g Mehl und 1 TL Weinsteinbackpulver hinzufügen, vier Minuten auf Stufe 4 vermischen.
  • Die Masse 10-15 Minuten lang abkühlen lassen.
  • Den TM auf Stufe 5 stellen, 3 Eier nach und nach hineingeben, danach den Mixtopf 1 Minute auf Stufe 5 laufen lassen.
In einem Topf 1 Liter Öl erhitzen und die Nonnenfürzle mit 2 Teelöffel abstechen und nach und nach herausbacken.

Dazu gab es (wenn schon, denn schon): 


Himbeer-Joghurt-Eis:
  • 300 g gefrorene Himbeeren in den gesäuberten Mixtopf geben und 20 Sekunden auf Stufe 6 zerkleinern. 
  • 250 g Joghurt zufügen und mit 2 EL Agavendicksaft süßen.

Übrigens, ich würde mich doch eher als Faschingsmuffel bezeichnen. Aber so'n lustiger Umzug den Kindern zuliebe mach ich dann schon auch das eine oder andere mal mit ;-)

15. Februar 2012

Winterlicher Caprese mit Rote Bete, Büffelmozzarella und Petersilienpesto



Von lieben Menschen, die uns etwas Gutes tun wollten, bekamen wir eine Obst- und Gemüsekiste geschenkt. Darin befunden haben sich unter anderem 6 Rote Bete-Knollen.
Auf der Suche nach verschiedenen Rezepten traf ich bei den Küchengöttern auf dieses Rezept: Rote Bete als winterlicher Caprese mit Büffelmozzarella und Petersilienpesto.
Dies ist ein leichtes Gericht, welches sich gut als Vorspeise eignet oder aber als Gericht in den Abendstunden. Das Petersilienpesto ist hierbei das Tüpfelchen auf dem i und schmeckt wirklich ausgezeichnet!


Für das Petersilienpesto:

  • 3 EL gestiftete Mandeln in eine Pfanne geben und ohne Fett rösten, bis sie aromatisch duften
  • 1 Bund glatte Petersilie waschen, trocken schütteln, in den Mixtopf geben mit den Mandeln, 
  • 1 TL frisch geriebene Zitronenschale, 2 EL Zitronensaft, 2 EL Arganöl, 3-4 EL Olivenöl und einer Prise fleur de sel.
  • Alles auf Stufe 6 für 10 Sekunden verkleinern; bei Bedarf die Masse mit dem Spatel nach unten schieben und nochmals einige Sekunden anschalten.
Für die Rote Bete:
  • 4 Knollen rote Beete in Alufolie einpacken und die Alufolie oben zusammennehmen.
  • In den auf 180°c vorgeheizten Backofen schieben und für ca 50 Minuten -je nach Größe der Knolle- garen.
  • Herausnehmen und abkühlen lassen
  • Die Knollen in dünne Scheiben schneiden


 Zum Anrichten:

  • Büffelmozzarella in dünne Scheiben schneiden 
  • Die geschnittenen Rote Bete blattförmig auf dem Teller anrichten,
  • den Mozzarella auf die rote Bete legen und
  • das Petersilienpesto auf dem Büffelmozzarella verteilen


1. Februar 2012

Rosmarin-Hähnchen mit Gemüse "Pollo con verdura"



Zum Geburtstag der Mama des Herrn frullino haben wir ihr, einer schlauen Eingebung folgend, ein Abonnement von einem "Strohballen-Magazin" verschenkt.  Und zum Dank dafür gab es für mich ein Abonnement der "So is(s)t Italien". Ich verstehe zwar nicht, wie da die Verlage kalkulieren, aber muss ich auch nicht. Ich freue mich über die Zeitschrift, die mir übriges sehr gut gefällt. 
So habe ich nun also das erste Gericht daraus gemacht und es war wirklich richtig richtig lecker!
Und SO isst Italien:

  • 500 g kleine, festkochende Kartoffeln waschen und 15 Min kochen
  • 4 Hähnchenschlegel waschen und trocken tupfen. 
  • Pro Hähnchenschlegel ca 1/2 Zweig Rosmarinnadeln abzupfen und unter die Haut der Schlegel schieben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

  • Eine große Auflaufform (oder tiefe Fettpfanne) mit Olivenöl ölen, die Schlegel mit der Hautseite nach oben legen und im vorgeheizten Backofen (200°Grad) 30 Minuten braten.
  • 2 Zucchini waschen und würfeln, 
  • 300 g Champignons säubern und vierteln, 
  • 2 große Karotten putzen und würfeln, 
  • eine dicke Scheibe einer Sellerieknolle in kleine Würfel schneiden
  • 250 g weiße Riesenbohnen (aus der Dose) abtropfen lassen und
  • 4-5 Schalotten würfeln
  • Von 2 Rosmarinzweigen die Nadeln entfernen und fein hacken und mit dem Gemüse außer den Zwiebeln und 2 EL Olivenöl vorsichtig vermischen


  • Nach den 30 Minuten die Auflaufform mit den Hähnchenschlegeln herausnehmen und 
  • zuerst die Zwiebelwürfel, dann die restliche Gemüsemischung um das Hähnchen herumlegen 
  • weitere 2-3 Rosmarinzweige auf das Gemüse legen
  • wieder in den Backofen schieben und weitere 30 Minuten braten lassen.
Leute, lasst es Euch schmecken!!!

Und falls Ihr mal das Abonnement von "So is(s)t Italien" verschenken wollt, dann sucht Euch doch als Dankeschön einfach ein Strohballen-Magazin aus ;-))